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   21.01.14 20:13
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Die Klippe - aus dem Leben eines fremden Menschen

Ich sprang. Es war nur ein kleiner Schritt über die Kante hinweg und ich flog. Meine Arme weit ausgebreitet fliege ich durch die Luft, überhöre die Schreie hinter mir. Meine ganze Aufmerksamkeit ist auf mich, meine Gefühle und das unter mir gerichtet. Ein wahnsinnig gutes Gefühl, Freiheit, Adrenalin und keine Verpflichtungen mehr, wunderbar, diese Welt unter mir, weit entfernt der Boden und doch kommt er so schnell auf mich zu und bleibt doch weit weg. Ich weiß ich werde sterben, aber das ist egal, meine einzige Angst besteht darin zu leben, normal, ich will nicht auf landen, ich will weiter fliegen, dieses unbändige Gefühl mich weiter beherrschen lassen. Mich frei fühlen. Der Wald unter mir leuchtet in seinen herrlichsten Farben, fast so als wolle er das ich komme, als wolle er mich in seinen Arm nehmen, mich wiegen, er ruft nach mir, und nur ich verstehe es. Ich stürze mich zu ihm, in seine Arme. Doch diese können mich nicht halten! Ich falle hindurch, Blätter streicheln vereinzelt meinen Körper, fast wie eine Entschuldigung, es tut mir leid. Plötzlich harter Boden unter mir, doch es tut nicht weh, ich realisiere nur den Boden und die kleinen Steine auf diesem, aber kein Schmerz. Es ist vorbei, ich bin gelandet, alles ist jetzt schwarz, über mir, unter mir, überall, nur schwarz, und ich mitten drinnen, es ist vorbei. Ein junger Mann stürzt förmlich die Klippe hinunter, er schreit, er weint und er fleht. Es sieht so aus als suche er etwas, oder Jemanden, vielleicht sucht er ja das Mädchen, was vor ein paar Minuten von der Klippe flog. Nein nicht flog, schwebte, ja sie schien es zu genießen, als ob sie sich nichts schöneres vorstellen könnte. Ja, er war hinter ihr gestanden, er war der junge Mann der sie aufhalten wollte, doch stand er zu weit weg, seine Arme waren zu kurz gewesen, er konnte sie nicht halten. Jetzt sucht er nach ihr, nach ihrem Leichnam, seiner Liebe, seinem Leben. Er hat wohl grad alles verloren, dabei ist er noch so jung, hat sein ganzes Leben noch vor sich. Nun ist er unten angekommen, er hat sie schon von weiten gesehen, seine Schreie sind zu einem mal lauten mal leisen Schluchzen geworden. Er fällt auf die Knie, nimmt sie in den Arm und weint bitterlich. Warum nur hatte sie ihm das angetan? Er küsste sie, seine rauen Lippen streichen über ihr Gesicht, so weich so zart ihre Haut, er fleht. Früher konntest du doch auch diesen Küssen nicht widerstehen, denkt er, als die ersten seiner Tränen auf sie trift, sie schmecken salzig und doch auch süß. Sein Gesicht ist auf ihre Brust gedrückt, er fleht sie solle doch bei ihm bleiben, ihn nicht alleine lassen, sie sei doch sein ein und alles. Noch hat er nicht die unregelmäßige Hebung und Senkung ihrer Brust mitbekommen, ganz schwach, ganz leicht und doch verhieß gerade diese Bewegung, auch noch so klein, Leben. Ja sie lebt, ihr Körper lebt, ihr Geist schläft, nur der Körper lebt, er will nicht sterben. Der junge Mann erstarrt, öffnet ihren Mund Bluse um sein Ohr an ihre Brust zu legen, nein er hatte sich nicht verhört, sie wollte leben, ihr Herz wollte es, ihm zu liebe. Er hebt sie auf, hält sie fest und trägt sie zu einem sicheren Ort. Er kümmert sich um sie, um ihre Wunden und um seine eigenen. Nie wieder wollte er sie gehen lassen, sein ein und alles. Jahre vergehen….. Ich blicke hinunter, unter mir der Abgrund, ich kenne ihn, ich kenne diese Klippe, und wieder drängt sich dieses Gefühl in mein Herz. Springen, ja noch einmal, ja ich würde es tun, wieder. Mich frei, lebendig, und lebhaft fühlen, auch wenn es nur ein Moment ist, doch ist es ein langer Moment und doch zu kurz. Er steht hinter mir, legt seine Arme um mich, hält mich fest, gibt mir ein neues Gefühl, ein besseres. Er diesmal zulassen, doch würde er mitkommen, er würde mich in den Tod begleiten, mich für immer fest halten, geborgen und beschützt für immer sollte ich sein. Er hat keine Angst davor zu sterben, denn sterben wäre nicht so schlimm, wie mich noch einmal zu verlieren. Ja er liebt mich. Und ja ich werde nicht noch mal springen, ich werde bei ihm bleiben, er ist mein Leben und ich möchte ihn nicht einfach wegschmeißen.
7.12.13 20:27
 
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